Krankenhausmanagement zeigt sich heute als ein Ergebnis instrumenteller Vernunft. Veränderungen in den Rahmenbedingungen der Krankenhäuser werden möglichst rasch in Strategien und Konzepten umgesetzt, die den Wandel eines Krankenhauses – zumindest partiell – sicherstellen sollen. Die Ebene, auf der eine Veränderung der Mitarbeiter eines Krankenhauses erwartet wird, ist die logische Ebene des Verstehens, der Einsicht und der Vernunft. Veränderungswünsche des Managements werden häufig wohl formuliert, in Ursache-Wirkungszusammenhänge gebracht und mit speziellen Erwartungen nach einer Verhaltensänderung oder einer Organisationsentwicklung sprachlich oder schriftlich veröffentlicht. Die Form der Ansprache bildet ein Appell, die Wirkung ist meist ernüchternd gering. Veränderungen stellen sich so nicht ein, Menschen reagieren abwartend, fragen nach dem Sinn der Veränderung, wünschen sich genauere oder andere Informationen. Instrumentelle Vernunft, ein „Sachzwang“ oder einfach eine „Mode“ reichen als Begründung managementinduzierter Veränderungsprozesse nicht mehr aus, wenn nicht riskiert werden soll, dass die Mitarbeiter eines Krankenhauses sich diesem Appell an ihre Vernunft schlicht verweigern und sich gegen eine Veränderung sperren. Wie aber gelingt modernes Krankenhausmanagement, das alle Ebenen des Logos, Ethos und Pathos in guter Absicht für sich, die Mitarbeiter und das Krankenhaus zu nutzen weiß?