bh.m
Hospital Consulting

Strategien bestehen aus Zielen und helfen uns, diese zu erreichen oder uns diesen anzunähern. Strategien sind geplante Absichten mit der Möglichkeit zu scheitern, weil sie für die Zukunft entwickelt werden, die prinzipiell unvorhersehbar ist. Das Scheiterrisiko ist dabei umso höher, je konkreter Strategien formuliert und je komplexer und komplizierter die Umwelt einer Einrichtung eingeschätzt werden soll. Flexible Strategien beschreiben Korridore, in deren Zwischenräume Ergebnisse erwartet werden können, wenn von den geplanten Zielen abgewichen wird.

Viele Einrichtungsbetreiber vermeiden es, Strategien zu formulieren. Strategien legen in gewisser Weise auch das fest, was wir erreichen wollen. Damit werden die Absichten des Managements überprüfbar – was nicht von allen Führungskräften gewünscht wird. Viele halten die Ziele lieber vage, so dass sie immer behaupten können, genau dort angekommen zu sein, wo sie immer schon hinwollten.

Manche Manager sind auch weiterhin der Auffassung, dass die Einrichtung bislang auch ohne Strategie überlebt hat und deshalb in Zukunft keine Strategie benötigt würde. Aus der Richtigkeit des Handelns in der Vergangenheit kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass dies auch die richtige Verhaltensweise für die Zukunft ist. Strategische Pläne sind komplexe Gebilde, die auch den Mitarbeitern Orientierung in einer Zeit geben, in der sie häufig nach Vorgaben und Leitbildern suchen. Gute und nachhaltige Strategien binden die Mitarbeiter in die Strategieentwicklung von Beginn an mit ein. Die gemeinsame Entwicklung setzt neue Kräfte der Bindung zwischen den Mitarbeitern und dem Management frei und stärkt die Motivation, gemeinsam die Ziele aus den Strategien mit Hilfe von Maßnahmen erreichen zu wollen.

Stärken und Schwächen in der eigenen Organisation zu erkennen, Chancen und Risiken im zukünftigen Markt zu identifizieren, ist dabei Bestandteil des Prozesses zur Strategieentwicklung. Für die sog. SWOT-Analysen stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, mit deren Hilfe die Marktkräfte erkannt und in ihrer Wirkung beurteilt werden können.

Abbildung 1:  Entwicklungsbereiche, die im Rahmen strategischer Überlegungen beachtet werden müssen (Beispiel Pflegeeinrichtung)

Ein besonders aktuelles System zur Strategieimplementierung bildet das Balanced-Scorecard-System, mit dessen Hilfe nicht mehr nur ein Ziel (z. B. maximaler Gewinn oder Überschuss) erreicht werden soll. Die Balance soll über die Planung und Steuerung von vier Perspektiven erreicht werden:

  • Personalperspektive
  • Kundenperspektive
  • Finanzperspektive und
  • Prozessperspektive.

Die Strategie und Vision geht der Planung dieser vier Perspektiven voraus und liefert die Ziele, die dann abteilungsbezogen in jeweiligen Scorecards geplant und überprüft werden sollen.

Für die Entwicklung einer tragfähigen Strategie braucht es auch die richtige Unternehmenskultur. Nur wenn die Mitarbeiter verstehen, wie sie sich für die Organisation und ihre Ziele, Normen und Werte engagieren können und dies in ihrem Handeln berücksichtigen, können Strategien praktisch wirksam werden. „Strategy follows Culture“ heißt deshalb auch der plakative Zusammenhang, der hier wirksam werden soll.